Körperspannung für die perfekte Lauftechnik

Die meisten Sportarten erfordern ein bestimmtes, meist sehr hohes Maß an Körperspannung. Die Körperspannung sei an dieser Stelle für das Laufen, in der Regel Bestandteil der allermeisten Disziplinen, erläutert. Um ein hohes Lauftempo zu erreichen, reicht es nicht aus, die Vortriebsenergie aus den Beinen zu gewinnen. Für die perfekte Lauftechnik muss auch Energie aus dem Oberkörper genutzt werden. Diese Energie entsteht beim Pendeln der Arme, bestenfalls rotieren die Arme im Schultergelenk vor und zurück und sind dabei im Ellbogen rechtwinklig. Diese  Rotation überträgt sich über den Rumpf auf den Unterkörper und unterstützt dabei die Arbeit der Beine. Damit diese Rotationsenergie übertragen werden kann, braucht der Rumpf eine optimale Körperspannung.

Bei schwächeren Läufern sieht man oft eine mangelhafte Arbeit im Oberkörper. Die Beine laufen zwar, zuweilen auch technisch gut, aber die Arme schlackern hin und her oder werden krampfhaft an den Körper gepresst. Die Schultern fallen auf und ab- kurz: Der Oberkörper hat nichts mit der Arbeit des Unterkörpers zu tun, er wird gerade mal mitgeschleppt, geschweige denn davon, dass er Vortriebsenergie bringt. Hierbei zeigen sich verschiedene Probleme, die aber leicht zu lösen sind: zum einen fehlt besagten Läufern eine entsprechende Lauftechnik, zum anderen haben sie nicht die Körperspannung diese Technik umzusetzen.
Die Wichtigkeit der Kraft und Kraftausdauer für eine gute Lauftechnik lässt sich gut bei Volksläufen beobachten. Viele Läufer starten das Rennen mit großen Schritten und einer kraftvollen Arbeit im Oberkörper, die auch in Vortrieb mündet, weil der Rumpf sich im optimalen Maß anspannt und entspannt und so die Energie von oben nach unten übertragen wird. Doch im Verlauf des Rennens wird die Spannung schwächer, die Muskelkraft lässt nach, der Läufer hat nicht mehr die Möglichkeit das Rennen mit der korrekten Technik zu beenden. Die Schritte werden kürzer, die Arme rühren in der Luft und bremsen oft mehr, die Beine müssen noch mehr arbeiten und so schleppt der Wettkampfteilnehmer sich völlig abgekämpft ins Ziel.

Bei Kurzdistanzläufen und Sprints wird die Arbeit des Oberkörpers noch wichtiger, weil hier deutlich größere Geschwindigkeiten erzielt werden sollen. Schauen Sie sich mal einen Hundertmeterlauf an. Die Arme der Athleten beschreiben fast einen ebenso großen Radius, wie ihre Beine. Und sie arbeiten exakt gleichzeitig: der linke Arm geht nach vorne, das linke Bein steht hinten, der rechte Arm bewegt sich nach hinten, das rechte Bein nach vorne.
Wenn man sich die Weltrekordler im Sprintbereich ansieht, dann stellt man fest, dass sie nicht nur eine sehr ausgeprägte Beinmuskulatur haben, sondern auch ausgesprochen starke Oberkörper, besonders die Schultern und Arme sind sehr kräftig. Die Explosivenergie der Arme wird über einen stabilen Rumpf diagonal auf die Beine übertragen. Die aktive Arbeit der Arme nimmt mit zunehmender Renndistanz und entsprechend abnehmender Geschwindigkeit ab. So ist die Muskelmasse im Oberkörper bei Achthundertmeterläufern schon deutlich weniger als bei den Sprintern über die Hundert, aber noch sichtbar mehr als bei den Marathonläufern. Die Langstreckenläufer müssen, weil sie nicht so hohe Geschwindigkeiten erzielen müssen, auch nicht so stark den Oberkörper mit einbeziehen.

Dennoch auch sie brauchen eine auf die Erfordernisse des Langstreckenlaufs abgestimmte Oberkörperarbeit, es steht allerdings Energieersparniss im Vordergrund: die Bewegung des Oberkörpers darf der Bewegung des Unterkörpers nicht zuwider laufen, sie darf  nicht bremsen. Außerdem sollte mit den Armen keine unnötige Bewegung gemacht werden, auch ein zu lockeres Hängenlassen ist nicht optimal, muss das Fallen der Arme ins Schultergelenk abgefangen werden, was eben wieder Energie kostet.
Also ist klar, dass egal auf welcher Distanz die Arbeit des Oberkörpers und die damit verbundene Arbeit des Rumpfes eine ganz entscheidende Rolle spielt. Wichtig ist mit entsprechenden Kräftigungsübungen die nötige Physis aufzubauen, die eine optimale Lauftechnik ermöglicht.
Dabei sollte auf ein Höchstmaß an Symmetrie und Ausgeglichenheit  geachtet werden: der Bauch soll so stark wie der Rücken sein, und der untere Teil des Rumpfs so stark wie der obere. So wird eine Grundspannung und Kraftausdauer mit einer Kombination aus statischen und dynamischen Übungen errreicht. Außerdem soll die neugewonnene Kraft umsetzbar sein, dass heisst sie soll tatsächlich dazu dienen, die Zusammenarbeit des Oberkörpers mit dem Unterkörper zu unterstützen. Dafür sind sogenannte Verbundübungen und Übungen, die die Kreuzkoordination fördern unerlässlich.
Besonders gute Ergebnisse erzielt man, wenn man auf ein Rumpftraining einen kurzen, etwas schnelleren Lauf folgen lässt. So gewährleistet man, daß die Körperspannung für die Kreuzkoordination von Armen und Beinen umgesetzt wird.

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2 Kommentare

  1. fridge

    Super Text! Das Problem mit der Körperspannung ist bei vielen Läufern anzutreffen und spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle beim Laufen! Danke für die Tipps

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